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Sprachen und Kulturaustausch PDF Drucken E-Mail

Englisch

Seit dem Schuljahr 2005/2006 wird Englisch mit 4 Wochenstunden ab der 5. Klasse unterrichtet, so dass Schüler, die nach Deutschland zurückkehren, der Übergang erleichtert wird. Auch wird mit dem frühen Beginn der 2. Fremdsprache der Bedeutung des Englischen im internationalen Bereich Rechnung getragen.

Französisch

Der Französischunterricht nimmt an der internationalen Deutschen Schule Paris eine besondere Stellung ein. Er fördert die Entwicklung der kommunikativen und interkulturellen Fähigkeiten unserer Schüler, damit sie sich schnell in das französische Gastland integrieren.

Der Französischunterricht orientiert sich am Europäischen Referenzrahmen für Sprachen und den Bildungsstandards für die erste Fremdsprache. Mit dem gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen: Lernen, lehren, beurteilen (GER) des Europarats, oft einfach Europäischer Referenzrahmen abgekürzt, liegt eine für Sprachenlernende und -lehrende umfangreiche Empfehlung vor, die den Spracherwerb, die Sprachanwendung und die Sprachkompetenz von Lernenden bedarfsorientiert, transparent und vergleichbar machen soll.

Der Spracherwerb ist in sechs Schwierigkeitsstufen eingeteilt:
· A - Elementare Sprachverwendung (A1 und A2)
· B - Selbstständige Sprachverwendung (B1 und B2)
· C - Kompetente Sprachverwendung (C1 = fortgeschrittenes Kompetenzniveau; C2 = nahezu muttersprachliche Sprachbeherrschung)

Überblick über die zu erreichenden Kompetenzstufen im Unterricht der DS Paris:

Klasse
Cours de base
Cours avancé
5
A1
A1+
6
A1+
A2
7
A2
A2+
8
A2+ < B1
B1 < B1+
9
B1 < B1+
B1+ < B2
Kurs
Grundkurs
Abi-Bac
10
B1+
B2 < B2+
11
B2
C1
12
B2
C2

Bereits im Kindergarten und der Grundschule wird mit vielseitigen Methoden und auf unterschiedlichen Leistungsniveaus unterrichtet. Klasse 4 soll mindestens mit dem Niveau A 1 im Mündlichen abschließen. Ab Klasse 5 differenzieren wir den Klassenverband in Basiskurse (Cours de base) und Kurse für Fortgeschrittene (Cours avancé). Nachholkurse ermöglichen neuen Schülern ohne Französischkenntnisse in kurzer Zeit am regulären Unterricht teilzunehmen.

Die Lerninhalte und Leistungsanforderungen des "Cours de base" beruhen auf den innerdeutschen Lehrplänen für Französisch als 1. Fremdsprache. Sie gewährleisten die Kontinuität des Spracherwerbs und erleichtern den Schülern den Schulwechsel.

Die Lerninhalte des "Cours avancé" orientieren sich ebenfalls an den deutschen Lehrplänen, werden aber durch zahlreiche Zusatzmaterialien erweitert und vertieft. Die Schüler des "Cours avancé" nehmen ab der 7. Klasse am bilingualen Sachunterricht (Géographie / Histoire) teil.

Der AbiBac-Zweig der Oberstufe bietet den Schülern in einem dreijährigen Bildungsgang die Möglichkeit, neben dem Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife die Sprachkompetenz für das französische Baccalauréat zu erlangen. Die Prüfungen des Baccalauréat werden unter dem Vorsitz eines französischen Prüfungsbeauftragten durchgeführt und ermöglichen je nach Schülerprofil sowohl den Erwerb des "Bac littéraire" als auch des "Bac scientifique".

In den vergangenen Jahren erreichten 100 % der Schüler des AbiBac-Zweiges die doppelte Qualifikation.

In allen Jahrgangsstufen garantieren kleine Lerngruppen die individuelle Förderung der Schüler. Das aus deutschen und französischen Französischlehrern bestehende Lehrerteam entwickelt mit einer vielseitigen Methodik die Sprachkompetenz der Schüler. Jahrgangs- und fächerübergreifende Projekte und die Organisation von Matinéeveranstaltungen begleiten die Unterrichtsarbeit.

Darüber hinaus nutzen unsere Schüler zahlreiche Zusatzangebote wie Theaterbesuche, Besichtigungen und nehmen an Sprachwettbewerben und Austauschprogrammen teil.

September 2009

Latein

Seit dem Schuljahr 2006/07 ist Latein in der iDSP Profilfach ab der 8. Klasse. Latein ist ein besonderes Fach, denn bekannterweise gibt es ja keine "native speakers" mehr. Latein ist vielmehr eine Kultursprache, deren Kenntnis dazu beiträgt, unsere eigene europäische Kultur besser zu verstehen.

Latein wird für zahlreiche Studiengänge von den Universitäten gefordert und gerade besonders beliebte Universitäten erheben ihre eigenen Einschreibekriterien, zu denen auch Lateinkenntnisse gehören.
Der Lateinunterricht beinhaltet in den ersten beiden Jahren die Vermittlung der grundlegenden Grammatik. Hier erbringt die Basissprache Latein einen Service für das Erlernen der modernen Fremdsprachen: die intensive grammatische Schulung ist eine interessante Hilfe für das schnellere Erfassen sprachlicher Phänomene schlechthin. Wer kennt nicht die Schwierigkeiten, denen viele Schüler beim Erkennen des französischen "COD" begegnen ?- Für Lateinschüler, die seit den allerersten Wochen ihrer Lateinkarriere nach dem Akkusativobjekt zu fragen gelernt haben, ist ein " COD " kein Geheimnis mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit! Dies nur als Beispiel, derer viele zu zitieren wären.

Aber nicht nur in der Grammatik, sondern auch im Bereich des Wortschatzes ist Latein eine wertvolle Hilfe. Dass die romanischen Sprachen den grössten Teil ihres Vokabulars von der "Mutter" Latein übernommen haben, braucht man ebensowenig nachzuweisen wie die Tatsache, dass die Kenntnis des lateinischen Basis-Wortschatzes ein Lern-Reservoir darstellt, aus dem man beim Vokabellernen in den Tochtersprachen bequem schöpfen kann. Mehr noch : Welcher Latein-Schüler hätte beim Urlaub in Spanien oder Italien noch nicht die Erfahrung gemacht, dass er dort manches - vor allem in geschriebener Form - versteht, ohne dass er je Spanisch oder Italienisch gelernt hätte ?

Selbstverständlich heisst Lateinlernen nicht nur Grammatik- und Vokabel-Lernen und Texte übersetzen. Ab der ersten Lateinstunde stehen Themen der römischen Zivilisation auf dem Programm, wie z. B. Familie, Schule, Sport, Glaube und Aberglaube, Mythologie, Literatur, Kunst, Architektur, Reisen, die römische Gesellschaft und Politik wobei die Schüler die Einflüsse auf unsere Kultur wahrnehmen können.

Im dritten Lernjahr tritt das Lesen vereinfachter Originallektüre in den Vordergrund und lehrplanbedingt lesen wir Auszüge aus dem Gallienkrieg von Caesar; dabei geht es nicht nur um die Eroberungszüge, sondern die Schüler sollen, diese Abhandlungen als Propagandaschrift eines Politikers erkennen, und lernen, auch das, was schwarz auf weiss steht, kritisch zu hinterfragen. Nach diesem dritten Jahr erhalten die Schüler das "Kleine Latinum".

In der Lektürephase der folgenden Jahre werden (in Auszügen) Werke der Weltliteratur gelesen, wie Ovids Metamorphosen, Vergils Aeneis, berühmte Reden Ciceros, des genialsten Redners aller Zeiten, z. B. die Prozessrede gegen den Kunsträuber Verres, der Philosoph Seneca, und Texte aus Mittelalter und Neuzeit, wie z. B. die Gründungsurkunde der Europaschule in Luxemburg und vieles mehr.

Zusätzlich zum Unterricht gibt es Ausgänge in die umliegenden Museen (Louvre, St. Germain) und alle 2 Jahre findet für die Schüler ab dem 2. Lernjahr die allzeit beliebte Exkursion nach Rom statt.

Folgende Abschlüsse können erreicht werden:

Nach 3 Jahren mit mindestens ausreichenden Leistungen : Kleines Latinum
Nach 5 Jahren mit mindestens ausreichenden Leistungen: Latinum
Nach 6 Jahren mit mindestens ausreichenden Leistungen : Grosses Latinum

Deutsch als Fremdsprache

Im Kindergarten und der Grundschule ist es für französischsprachige Kinder in manchen Fällen unerlässlich, auch Deutsch als Fremdsprachenunterricht zu erhalten. Hier werden individuelle Lösungen angeboten.

Auch in der Sekundarstufe I entwickelt sich neben der deutschen zunehmend eine internationale Schülerschaft, die eine Erweiterung des Lehrangebotes notwendig macht:

Neu im Programm ist das Fach "Deutsch als Fremdsprache" (DaF). Dieses wird parallel zum regulären Deutschunterricht angeboten und richtet sich an Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sowie an zwei- und mehrsprachige Schüler, deren Deutschkenntnisse im schriftlichen und/ oder mündlichen Bereich noch Defizite aufweisen. Es wird in kleinen Niveaugruppen (I-III) gearbeitet, in denen die Lehrkraft auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen intensiv eingehen und sie somit individuell fördern kann. Ziel ist es, den Lernenden - je nach Niveaustufe - die sprachlichen Fertigkeiten (Hör- und Leseverstehen, Sprechen und Schreiben) und die dafür notwendigen sprachlichen Mittel (Wortschatz, Redemittel, Syntax, Morphologie) an die Hand zu geben. Dies ist die Grundlage für das erfolgreiche Lernen in den anderen Fächern. Nach erfolgreicher Beendigung des III. Niveaukurses wird in den regulären Deutschunterricht gewechselt.

Neben dem DaF-Unterricht wird ein zweistündiger Heranführkurs angeboten, der sich als Ergänzung zum regulären Deutschunterricht, aber auch zum DaF-Unterricht, an diejenigen Deutschlerner wendet, die noch Unterstützung vor allem im schriftlichen Bereich benötigen.

Antje Hamenstädt

Deutsch-Sprachkurse für Kinder