Theater AG Klasse 9-13

 

Die Theater-AG (Klasse 8-13) lädt ein zum

Herrenabend!


Aufführungen am Donnerstag 15. Mai und Freitag, 16. Mai 2008
um 20:00 Uhr in der Aula der DSP

Hinter dem von uns gewählten Titel verbirgt sich das Stück "Biographie. Ein Spiel" von Max Frisch, hier aufgeführt in der ersten Fassung aus dem Jahr 1967. Wir legen dieses Mal sogar großen Wert auf die Feststellung, dass der Text ausschließlich von Max Frisch stammt, Ähnlichkeiten mit noch lebenden bekannten Personen also rein zufällig sind! Warum dann die Titeländerung?
Nun, zunächst klingt "Herrenabend" einfach einladender, eher nach einem Kabarettprogramm - und damit lockt man ein größeres Publikum... Darüber hinaus haben wir bereits ein Stück mit dem Titel "Frauenzimmer" aufgeführt - logisch, dass nun zum Ausgleich ein "Herrenabend" her muss! So wird bereits über die Titelwahl deutlich, dass sich hier - freundlich formuliert - ein "Kreis schließt", indem man sich ein letztes Mal mittels eines Theaterstückes der Frage nach der "Dramaturgie des Zufalls" annähert; kritisch könnte man auch behaupten, die Theater-AG "schmore im eigenen Saft"- aber immerhin ist dann am Ende alles schön durchgekaut - äh - durchgegart!
Kennen Sie die Fielmann-Werbung, in der ein Sohn seinen Vater beim Angeln (typisches Szenario für einen Herrenabend, oder?) fragt, ob er in seinem Leben alles noch einmal so machen würde, wie er es entschieden hat, wenn er die Wahl hätte? Der Vater bejaht dies und lässt nur eine Ausnahme zu: er würde seine Brillen von Anfang an bei Fielmann kaufen... Im Wesentlichen erschöpft sich darin auch schon unser "Herrenabend" - wenn da nicht noch die Frauen wären:
In dem Stück "Biographie. Ein Spiel" erhält der Protagonist Hannes Kürmann die Chance, sein für ihn durch seine Frau Antoinette schicksalhaft bestimmtes Leben mit Hilfe zweier "Spiel"-Leiter nochmals neu zu wählen. Schauplatz ist die Theaterbühne, wo er mit seiner zweiten Frau - Antoinette -, den beiden Spielleitern und verschiedenen Personen aus seiner Vergangenheit verschiedene Situationen aus seinem Leben spielt, immer mit der Wahlmöglichkeit, sich anders zu verhalten und damit seine Biografie zu verändern. Wenn er dies am Ende nicht schafft - liegt dies daran, dass es so etwas wie "Schicksal" gibt? Oder stellt das Wirkliche doch lediglich ein vom Zufall realisiertes Mögliches dar? Oder...
Kürmann jedenfalls erhält viele Möglichkeiten, etwas an seiner Biografie umzugestalten; zweimal ist er Antoinette wirklich los, doch nimmt er dies jedesmal zurück - aus Angst vor Veränderungen, die er bei sich selbst vornehmen müsste?
Wenn es am Ende doch heißt: "No woman - no cry" - dann deshalb, weil Antoinette - anders als Kürmann - etwas Wesentliches erkennt und danach handelt... Ein typischer Herrenabend also? Eben...

Irmgard Kottmann

 

Druckversion (pdf, 8KB)