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Übersetzungswettbewerb

Der Übersetzungswettbewerb der DSP findet seit 1999 statt. Deutsche und französische Schüler des Pariser Raumes übersetzen deutsche Texte ins Französische. Diese Texte wurden noch nicht in der französischen Sprache veröffentlicht, einfach abschreiben ist also nicht möglich.
Eine Jury, bestehend aus Lehrern der DSP und der Education Nationale suchen die besten Arbeiten aus und die Gewinner werden mit attraktiven Sach- und Geldpreisen belohnt. Die Preisverleihung in diesem Schuljahr findet im Rahmen eines deutsch-französischen Festes am Samstag, den 2. Februar 2008 an der Deutschen Schule Paris statt.
Die Autoren der bisherigen Texte des Übersetzungswettbewerbs waren:

  • 2007/2008 Monika Maron
  • 2006/2007 Friedrich Christian Delius
  • 2005/2006 Jens Bisky
  • 2004/2005 Roger Willemsen
  • 2003/2004 Franz Hohler
  • 2002/2003 Michael Kleeberg
  • 2001/2002 Volker Braun
  • 2000/2001 Doris Dörrie
  • 1999/2000 Hans Magnus Enzensberger

 

Der 9. Übersetzungswettbewerb 2007/08

Ins Französische zu übertragen war ein Auszug aus dem Text " Die Berliner und die Hunde" von Monika Maron.

 

Preisträger des 9. Übersetzungswettbewerbes:

Gewinner und 240 Euro Preisgeld
Agathe HEIDELBERGER, Sonia THUILLIER und Noëmie VENDRYES (Lycée Henri IV)

Ein Stipendium für einen Deutschkurs am Goethe-Institut Paris
Thomas MOLLIER (Lycée Hoche, Versailles)

150 Euros
François VASSOGNE (Lycée Condorcet)

Ein Lufthansaflug (aller-retour) für eine Person in eine deutsche Stadt
nach Wahl
Mathieu GUEUDET (Lycée Saint Michel de Picpus)

80 Euro
Xavier JEAN (Lycée Hoche)

Sachpreise
Benjamin TEXIER, Alice SIEGEL, Amandine MARTY, Jean QUEUTIER, Adrien BAUDET, Joël YLANEN + Guillaume LELASSEUX, Cécile CLAVIER, Zoé PROCAR, Diane DE VALENCE, Sylvain BANCAL, Alexandre PREVOT, Catherine PANYATOPOULOS, Rémi DANIEL+ Sybille RICHARD-COUFFIGNAL, Julia STERCKX, Calypso PETROU, Anne-Line BOR + Thomas JOACHIM + Antoine DE SEIGNEURENS. Mathieu FONDRAZ +Jean-Baptiste RAYMOND, Hélène MARQUAIRE, Ophélie BUISSON, Camille PAJOT, Elisa DENIAU

Monika Miller

 

 


Zu übersetzender Text:

Die Berliner und die Hunde

Berlin ist bekannt für seine Kneipen, seine Hunde, die berüchtigte Berliner Schnauze und natürlich für die Mauer, die es aber nicht mehr gibt.
Die Kneipen, die Hunde und die Schnauze gehören irgendwie zusammen, obwohl es sich bei der Schnauze keineswegs um eine Hundeschnauze handelt, sondern um den verbalen Ausdruck dessen, was das Wort bezeichnen soll: den Berliner Charme, der erst im Dunst der vertrauten Eckkneipe, inspiriert vom Gurgeln und Zischen des Zapfhahns, seinen wahren Witz entfaltet.
Der Berliner ist tierlieb, ganz besonders hundelieb, weshalb die Stammkundschaft der meisten Kneipe nicht nur aus Menschen, sondern auch aus deren Hunden besteht. Und da man zum Zapfen eines ordentlichen Bieres angeblich sieben Minuten braucht, wird der Hund nicht selten vor seiner Herrschaft bedient. In den besseren Restaurationen wird ihm das Wasser mit einem Mohrrübenstift oder einem Petersilienblatt dekoriert, obwohl Besitzer und Kellner selten Berliner, vielleicht nicht einmal hundelieb sind. Aber eher dürfte ein Gastwirt in der deutschen Haupt -und Regierungsstadt seine Feindschaft gegenüber dieser oder jener oder jeglicher Partei bekennen, als dass er es wagen könnte, seinen Abscheu gegen Hunde zu offenbaren, weil der Verdacht, wer kein Tierfreund ist, sei vielleicht auch kein Menschenfreund, selbst die Nicht-Hundebesizer unter seinen Gästen befallen könnte, auch wenn ein Sprichwort das Gegenteil besagt. Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere, heißt es, was ja auch bedeuten kann, dass jemand, der die Tiere nicht liebt, sein Vertrauen in die Menschen noch nicht aufgegeben hat. […]
Es ist möglich, dass die Berliner Sprechweise, die wegen ihres zuweilen bellenden Grundtons häufig zu Missverständnissen im Umgang mit anderen, insbesondere süddeutschen Bevölkerungsgruppen führt, für die Kommunikation mit dem Hund aber besonders geeignet ist. Der Hund, ebenso wie der Berliner unfähig zur phonetischen Verbindlichkeit des süddeutschen Singsangs, missversteht den Berliner nicht, wie der Berliner gleichermaßen im rauen Hundebellen Elemente der eigenen Sprache erkennt, was seine verwandtschaftliche Verbundenheit mit dem Hund befördert. Demzufolge darf der Ausdruck "Berliner Schnauze" auch weniger als kritische Selbsterkenntnis denn als eine zur Selbstliebe erweiterte Hundeliebe verstanden werden. […]
Die Berliner Mauer, das Wahrzeichen der Stadt für das letzte Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts, passt weder zu den Kneipen noch zu den Hunden, noch zur Berliner Schnauze. Sie hätte zu gar keiner Stadt gepasst, aber zu Berlin, der Stadt der respektlosen, großmäuligen, kommunikationssüchtigen Hundeliebhaber, passte sie schon gar nicht. Trotzdem stand sie fast dreißig Jahre lang, und nur die West-Berliner Hunde durften das perverse Bauwerk angemessen benutzen, während Ost-Berliner Hunde zwischen Stacheldraht und Selbstschussanlagen gezwungen wurden, es zu bewachen.

Monika Maron, " Die Berliner und die Hunde" aus: Monika Maron, Geburtsort Berlin, © S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main, 2003

 

zur Druckversion des Textes:

Die Berliner und die Hunde (pdf, 8 KB)

Die Übersetzung der Sieger zum Download:

Les Berlinois et les chiens (pdf, 9 KB)

 

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