Literarischer Herbst an der Deutschen Schule
Paris
Am Mittwoch, 15.November 2006
haben wir die Ehre und die Freude, den französischen Erfolgsautor
Daniel Pennac
an der DSP begrüßen zu können.
Leben und Werk:
Der Erfolgsautor Daniel Pennac wurde 1944 in Casablanca, Marokko, geboren
und lebte als Kind eines Militärangehörigen in verschiedenen
Ländern Afrikas und Südasiens, als Erwachsener auch in Brasilien.
Nach dem Literaturstudium in Nizza arbeitete er als Französischlehrer
knapp 30 Jahre im Pariser Stadtteil Belleville, in dem er auch jetzt
noch wohnt. Anfang der 80er Jahre erschienen seine ersten Romane für
Kinder. Mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, ihnen die Freude am
Lesen wie die Fähigkeit zum Gespräch zu vermitteln, wurde
seine Passion.
Internationalen Erfolg erzielte Pennac, der zu den am meisten übersetzten
und gelesenen französischen Autoren gehört, mit der Kriminalsaga
der Familie Malaussène.
Einige ausgewählte Werke:
Für junge Leser: Cabot - Caboche
L'oeil du loup
Die Serie « Kamo »
Für Ältere: Au bonheur des ogres (Paradies der Ungeheuer)
La fée carabine (Wenn alte Damen schießen)
La petite marchande de prose (Sündenbock im Bücherdschungel)
Comme un roman (Wie ein Roman. Von der Lust zu lesen)
Monsieur Malaussène
Monsieur les enfants (Große Kinder, kleine Kinder)
Zur Malaussène-Saga schreibt
Ulrich Noller in "Die Zeit" am 19.10.2000:
"Belleville, dieser vor Leben sprühende, im Chaos versinkende
Stadtteil, in dem Araber, Chinesen, Afrikaner und Franzosen auf engstem
Raum zusammenleben, ist der eigentliche Held der Kriminalromane von
Pennac. Als Chronist der kleinen Leute gruppiert er um die Malaussènes
eine Gesellschaft höchst skurriler, durchaus glaubhaft gezeichneter
Gestalten: vom arabischen Kleinkriminellen über die gefallenen
Engel der Straße und den ratlosen Rabbi Razon bis hin zu einem
senegalesischen Spezialisten für chinesische Literatur... Mindestens
genauso wichtig für den Erfolg von Pennacs Romanen ist allerdings
das ungeheure erzählerische Talent des Autors. Mit enormem Wortwitz
und viel Gefühl für Dialoge lässt er die lakonisch resümierende
Erzählerstimme in einen Wettstreit geraten mit dem Gossen-, Gauner-,
Jugend-, Einwanderer- und Familienslang des Quartiers."